Stell Dir vor: Deine Mutter braucht plötzlich Hilfe. Einkaufen, Waschen, Arzttermine. Du hilfst jeden Tag. Deshalb arbeitest Du weniger Stunden im Job. Das ist liebevoll – aber es kann Dich später Rente kosten.
Was ist los?
Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt: In Deutschland gibt es rund 6 Millionen Pflegebedürftige. Etwa drei von vier werden zu Hause gepflegt, meistens von der Familie. Rund 4,6 Millionen Menschen pflegen Angehörige. Bis 2045 werden es deutlich mehr. Vor allem Frauen arbeiten dann weniger oder gar nicht mehr.
Was heißt das für Dich?
Weniger Arbeit heißt weniger Lohn – und weniger Rente. Aber: Die Pflegekasse kann für Dich Rentenbeiträge bezahlen. Das bekommst Du, wenn:
- die gepflegte Person mindestens Pflegegrad 2 hat,
- Du mindestens 10 Stunden pro Woche pflegst, verteilt auf mindestens 2 Tage,
- Du nebenbei höchstens 30 Stunden pro Woche arbeitest,
- Du nicht beruflich pflegst (also nicht als Pflegedienst arbeitest).
Wie viel Rente das bringt, hängt vom Pflegegrad ab und davon, ob es Pflegegeld oder einen Pflegedienst gibt. Je höher der Pflegegrad, desto mehr.
So bekommst Du die Beiträge
- Die gepflegte Person beantragt Leistungen bei ihrer Pflegekasse.
- Du füllst den Fragebogen für Pflegepersonen aus (gibt es bei der Pflegekasse).
- Die Pflegekasse prüft und zahlt dann automatisch an die Rentenversicherung.
Wichtig: Viele wissen das nicht und verschenken Rente. Frag aktiv bei der Pflegekasse nach.

Mein Tipp
Pflege ist nicht nur ein Zeit-, sondern auch ein Geldthema: für Deine Rente heute und für Deine eigene Pflege später. Lass uns zusammen schauen, wie viel Rente Dir fehlt und wie Du Dich absicherst. Kostenlos und natürlich direkt in Gebärdensprache.
Und was ist mit dem Haus? Geht das Erbe flöten?
Ein Platz im Pflegeheim kostet schnell mehrere Tausend Euro im Monat. Die Pflegeversicherung zahlt nur einen Teil. Den Rest müssen Mama oder Papa selbst zahlen: mit Rente, Ersparnissen – und oft auch mit der eigenen Immobilie. Erst wenn das eigene Geld aufgebraucht ist, hilft das Sozialamt. Zieht Deine Mutter ins Heim und wohnt niemand mehr im Haus, ist es meistens nicht mehr geschützt. Dann muss es vielleicht verkauft oder beliehen werden, und das Erbe wird immer kleiner. Auch Schenkungen der letzten 10 Jahre kann das Sozialamt zurückfordern. Darum gilt: Früh planen, bevor der Pflegefall da ist. Lass uns gemeinsam schauen, wie Du Pflegekosten absicherst und Deine Immobilie für die Familie schützt.
Gebärdensprachliche Grüße
Oliver




