DeafFinance Tipps2. November 2026

Privat versichert in Rente: Was tun, wenn der Beitrag zu hoch wird?

In der Rente kann der Beitrag zur privaten Krankenversicherung schwer werden. Hier liest Du, welche Hilfen es gibt und warum Du nie einfach aufhören solltest zu zahlen.

Oliver Rückert, Vermögensberater für Gehörlose

Stell Dir vor: Du bist in Rente. Jeden Monat kommt weniger Geld als früher. Aber die Rechnung von Deiner privaten Krankenversicherung (PKV) ist genauso hoch wie vorher. Was jetzt?

Das Problem

Im Job zahlt der Arbeitgeber einen Teil von Deinem PKV-Beitrag. In der Rente fällt das weg. Die Rente ist meistens kleiner als der Lohn. Der Beitrag bleibt aber. Das kann eng werden.

Was hilft Dir?

  • Zuschuss von der Rentenversicherung: Bekommst Du eine gesetzliche Rente, zahlt die Rentenversicherung etwas dazu. 2026 sind das 8,75 % von Deiner Brutto-Rente. Höchstens aber die Hälfte von Deinem Beitrag. Für die Pflegeversicherung gibt es nichts dazu. Wichtig: Den Zuschuss musst Du beantragen.
  • Tarif wechseln: Du darfst innerhalb von Deiner Versicherung in einen anderen Tarif wechseln. Das angesparte Geld für das Alter (Alterungsrückstellung) nimmst Du mit. Aber Vorsicht bei einem hohen Selbstbehalt. Das heißt: Arztkosten bis zu einem Betrag zahlst Du selbst.
  • Standardtarif: Für alte Verträge von vor 2009. Die Leistungen sind ähnlich wie bei der gesetzlichen Kasse. Der Beitrag ist nach oben begrenzt.
  • Basistarif: Hast Du zu wenig Geld zum Leben, und das Amt bestätigt das? Dann wird der Beitrag im Basistarif halbiert.

Was heißt das für Dich?

Bitte hör nicht einfach auf zu zahlen! Die Versicherung endet dann nicht. Es kommen Mahnungen und Zuschläge. Danach landest Du im Notlagentarif. Dort bezahlt die Versicherung nur noch Behandlungen bei akuten Krankheiten und Schmerzen.

Ist die gesetzliche Kasse in Rente billiger? Nicht immer!

Viele denken: In Rente ist die gesetzliche Krankenkasse günstiger als die private. Das stimmt oft nicht. Bist Du in Rente freiwillig gesetzlich versichert, zahlst Du Beiträge auf fast alle Deine Einnahmen:

  • gesetzliche Rente
  • Betriebsrente
  • Riester-Rente
  • Basis-Rente (Rürup)
  • Mieteinnahmen
  • Zinsen und sonstige Einnahmen

Stell Dir ein Sieb vor, durch das jeder Euro muss. Bei jedem Euro bleibt etwas für die Krankenkasse hängen – bis zu einer Obergrenze. Wer gut vorgesorgt hat, zahlt dann am Ende vielleicht mehr als ein Privatversicherter.

Und: Die gesetzliche Krankenversicherung wird nicht billiger. Die Beiträge steigen seit Jahren – und das wird wohl so weitergehen.

Deshalb gilt für beide Seiten: Schon mit 45 oder 50 solltest Du durchrechnen, wo Du im Alter besser aufgehoben bist.

Oliver Rückert, Vermögensberater für Gehörlose

Mein Tipp

Plane früh! Schon mit 45 oder 50 kannst Du Dich fragen: Wie hoch wird meine Rente? Kann ich den Beitrag dann noch zahlen? Gibt es einen Tarif, der meinen Beitrag im Alter senkt? Und wenn es schon eng ist: Sprich mit Deiner Versicherung, bevor Schulden entstehen. Wenn Du willst, schauen wir uns Deine Situation zusammen an – natürlich direkt in Gebärdensprache.

Jetzt Termin buchen →

Gebärdensprachliche Grüße
Oliver